Hazel oder eine Geschichte mit „Happy End“

Viele Menschen, die sich entscheiden, ein Tier aus dem Heim zu holen, erwarten, dass einem das Tier schon freudig entgegen rennt und sofort zutraulich sein soll. Aber auch die, die auf den ersten Blick nicht so knuddelig aussehen oder gar noch scheu dazu sind, haben auch eine Chance auf Vermittlung verdient.

Dazu eine kleine Kurzgeschichte.....

Nachdem unser Kater „Dicker“ nach fast 17 erfüllten Jahren über die Regenbogenbrücke ging, war es im Haus so gespenstisch ruhig, es fehlte etwas. Uns war klar, wir können nicht ohne Stubentiger sein. Diesmal wollten wir aber 2 Katzen, die auch nicht unbedingt dem Schönheitsideal entsprechen, und nicht unbedingt Jungkatzen. Das war so im Sinne von unserem verstorbenen Dicken“, der wollte sicher auch, dass es welche so gut haben sollten, wie er in seinem Leben.
Also haben wir uns gezielt nach „Problemf(e)llen“ umgeschaut.
Da wurden wir auf einen Kater aufmerksam, der etwas humpelte. Er hatte eine aufregende Geschichte.... Vermutlich aus einem gekippten Fenster ausgebüxt oder vom Auto angefahren wurde er blutend und verstört in R. bei einer Tierärztin abgegeben. Diese renkte ihm das ausgekugelte Bein wieder in die Hüfte. Nach der Erstversorgung in Quarantäne, wo er keine Ruhe hatte, sprang das Bein wieder aus die Hüfte. Nach nochmaligen Einrenken kam der Kater ins Tierheim in  R.
Wie üblich, da auch erst mal in Quarantäne. Doch der unruhige Geist kugelte sich wieder die Hüfte aus. Diesmal war das aber irreparabel. Also humpelte er mit  großen Schmerzen durch den Raum.
Dazu der ganze Stress....der Unfall selbst, Tierarzt, dann Quarantäne, Tätowierung, Kastration, Wurmkur, Impfung, die neuen Eindrücke im Tierheim....
Aber der Kleine war so lebenslustig, dass wir gleich wussten: Den übernehmen wir!
Die Tierheimchefin meinte, dass er später Schmerzmittel und Medikamente wegen der Schmerzen
bräuchte und Arthrose sicher auch nicht ausbliebe. Dennoch, Hazel sollte unserer werden...

 Daheim nach kurzer Eingewöhnungszeit, stellten wir ihm den Tierarzt Dr. K. vor.
Nach den Röntgenbildern war klar, der kleine Kerl musste dolle Schmerzen haben.
Der Knochen hat schon stark am Becken gerieben.
Aber: Es gäbe die Möglichkeit zur OP.
Gesagt, getan, nach kurzer Zeit der Vorbereitung wurde Hazel operiert.
Es war eine schwere Zeit für alle, vor allem für den kleinen quirligen Hazel.
Nach 4 Wochen ging es langsam wieder aufwärts. Heute ist er glücklich und freut sich so sehr.
Er erklettert sogar 2 Meter hohe Schränke und man sieht ihm kaum noch an,
dass er ein Handicap hat und das Wichtigste: er ist schmerzfrei!
Das dankt er uns mit tollen Einlagen, Extremschmusen und vielen wunderbaren Augenblicken.
Ein supertoller Kater.

Für alle, die sich jetzt fragen: „Aber so etwas kostet doch auch...“ –
Ja, es waren schon ein paar hundert Euro, viel Geld auf den ersten Blick gesehen,
dafür haben wir auf Urlaub, Tablet-PC oder I-Phone verzichtet und es keine Minute bereut.
Zusammen mit seiner Dosenfutterpartnerinnen Murmel und Motte macht er die Wohnung unsicher.
Wir würden das immer wieder so entscheiden!

Fam. K. aus Genthin

    

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